Henning Burk – Haut und Marmor. Frauengestalten bei Botticelli
Film

Haut und Marmor. Die Frauengestalten bei Botticelli

Von Henning Burk

Anlässlich der Boticelli-Ausstellung im Städelmuseum Frankfurt (hr / ARTE / Städelmuseum, 2009)

Er hat so erotische, wie zugleich keusch entrückte Frauenfiguren geschaffen: der Maler Sandro Botticelli (1444/45 – 1510), dessen Bilder heute rund 500 Jahre nach seinem Todestag von einer geradezu schwindelerregenden Popularität sind. Botticellis Figurenschöpfungen haben das weibliche Schönheitsideal von der italienischen Frührenaissance bis in die heutige Zeit mageblich beeinflusst. Neben seinen anmutigen Madonnen, die Botticelli zeitlebens im Auftrag malte, widmete sich der Florentiner Künstler intensiv den weiblichen Gestalten der Mythologie: Venus, Minerva und Judith, Nymphen und Göttinnen. Sein vielleicht berühmtestes allegorisches Bild, Primavera (Frühling), zeigt eine blumenübergossene Flora, neben drei kaum verhüllten, tanzenden Grazien. Aber auch in Portraits wie dem Bildnis der Simonetta Vespucci inszeniert Botticelli seine weiblichen Idealbildnisse in großer Schönheit und doch von nahezu unberührbarer Ferne. Der Film »Haut und Marmor. Die Frauengestalten bei Botticelli« geht dieser unnahbaren und doch zutiefst faszinierenden Erotik nach, taucht ein ins Florenz im Goldenen Zeitalter der Medici-Herrschaft und macht sich auf die Spuren eines Mannes, dessen ebenso zauber- wie rätselhaftes Werk bis heute eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf das Publikum in der ganzen Welt ausübt.